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Die Sonne brennt auf den Sandwegen der Döberitzer Heide. Nach gut zwei Stunden merkst du plötzlich, dass sich jeder Schritt schwerer anfühlt. Obwohl du regelmäßig getrunken hast, kommen Kopfschmerzen dazu und irgendwie fehlt die Energie. Das ist wahrscheinlich keine normale Erschöpfung. Das ist dein Elektrolythaushalt, der aus dem Gleichgewicht gerät.
Nach der historischen Hitzewelle im Juni ist klar: Der Berliner Sommer 2026 meint es ernst. Wenn du bei diesen Temperaturen längere Touren angehst, reicht Wasser allein nicht unbedingt aus. Was Elektrolyte beim Wandern wirklich bringen, erfährst du hier.
Was sind Elektrolyte und warum spielen sie eine Rolle beim Wandern?
Elektrolyte sind elektrisch geladene Mineralstoffe beziehungsweise Mineralstoff-Ionen wie Natrium, Kalium und Magnesium, die dein Körper durch die Zellen schickt. Sie steuern, wie deine Muskeln sich zusammenziehen, wie deine Nerven Signale weiterleiten und wie viel Wasser in deinen Zellen bleibt.
Wenn du stark schwitzt, verlierst du nicht nur Flüssigkeit, sondern auch diese Mineralstoffe, allen voran Natrium.
Bei kurzen Wanderungen reicht Wasser in der Regel völlig aus. Bei einer intensiven Wanderung in praller Sonne kann das schnell mehr werden, als du über Wasser allein ausgleichst. Das Ergebnis kennst du vielleicht: schwere Beine, ein dumpfer Kopf und das Gefühl, als würde deine Energie einfach abfließen.
Bei Hitze solltest du auf die Signale deines Körpers hören
Zusätzliche Elektrolyte sind nicht bei jeder Sommerwanderung notwendig. Bei Touren von mehr als 1,5 Stunden und Temperaturen über 25 Grad oder schwüler Hitze, die im Berliner und Brandenburger Sommer oft vorkommt, solltest du auf deinen Elektrolythaushalt achten.
Der Klimawandel ist real und die letzte Hitzeglocke wird nicht die letzte gewesen sein. Bei Temperaturen um 40 Grad sind Wanderungen grundsätzlich zu überdenken und Elektrolyte im Auge zu behalten kann sinnvoll sein.
Warnsignale, auf die du hören solltest, sind Muskelkrämpfe, Schwindel und eine nachlassende Konzentration. Wenn du diese Anzeichen bei dir bemerkst, ist das ein Hinweis, eine Pause im Schatten zu machendeinen Flüßigkeitshaushalt aufzufüllen und Elektrolyte aufzufüllen.
Hinweis: Bei starker Hitzebelastung kann sich eine Hitzeerschöpfung entwickeln. Typische Anzeichen sind Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit und feuchte, blasse Haut. Ein qualifizierter Umgang damit sieht so aus: sofort in den Schatten, langsam trinken, enge Kleidung lockern, kühlen. Bessert sich der Zustand nicht innerhalb weniger Minuten oder kommen Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen dazu, ist das ein medizinischer Notfall und gehört in professionelle Hände (Notruf 112).
An heißen, langen Tagen schwitzen wir mehr. Da reicht Wasser allein oft nicht aus, um den Mineralstoffverlust auszugleichen. Hier kommen Elektrolyte ins Spiel:
- Elektrolytpulver oder Elektrolyte-Sticks und Elektrolyte-Tabletten: praktisch für unterwegs, einfach ins Trinkwasser einrühren
- Isotonische Getränke: eine Alternative, die viele ohnehin dabeihaben
- Natürliche Mineralstoffquellen: Bananen, gesalzene Nüsse und Gurke liefern zusätzlich Kalium und Natrium, ganz ohne Zusatzstoffe
Was eher nicht hilft: Softdrinks oder Sportgetränke liefern kaum das, was dein Körper bei Hitze eigentlich braucht. Häufig enthalten sie viel Zucker und vergleichsweise wenig Natrium. Für längere Wanderungen bei Hitze sind sie deshalb meist keine gute Wahl.
Elektrolyte selber machen
An langen, sehr warmen Wandertagen befülle ich drei bis vier 450 ml Trinkflaschen unterschiedlich: eine mit klarem, gefiltertem Wasser, eine mit Wasser, Gurke und etwas Salz, eine mit Wasser, Zitrone und schwarzen Tee, und eine mit Wasser, etwas Salz und Honig.
Du brauchst nicht unbedingt fertige Produkte, um deinen Elektrolythaushalt unterwegs zu unterstützen. Wenn du magst, kannst du dein Elektrolyte-Getränk selbst mixen. Dieses Rezept kannst du einfach statt Wasser in deine Trinkflasche füllen:
DIY-Rezept:
- 1 Liter Wasser
- 1 Prise Salz
- 1 Spritzer Zitronensaft
- 1 Teelöffel Honig
Einfach verrühren und abfüllen.
Hinweis: Menschen mit Bluthochdruck, Nierenerkrankungen oder natriumarmer Ernährung sollten das Salz im Rezept nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt erhöhen.
Bei Bedarf fülle ich meine Trinkflasche unterwegs auf, an Trinkbrunnen oder in Cafés und Restaurants. Wenn du freundlich fragst, bekommst du meistens frisches Wasser.
*Empfohlen von Hikers Corner
Diese drei Produkte habe ich selbst getestet, auf eigenen Touren und bei genau der Hitze, um die es hier geht:
- *Elotrans Reload: Kennst du wahrscheinlich aus der Werbung. Es hilft zuverlässig, deshalb ist er bei mir immer im Rucksack. Geschmacklich für mich persönlich okay, aber nicht mein Favorit.
- *Hydraid Hydration Helper: Mein persönlicher Favorit beim Geschmack. Packe ich am liebsten ein, wenn ich die Wahl habe.
- *Sanotact Elektrolyte Plus: Die günstigste Variante der drei und eine solide Option.
Fazit
Du merkst selbst am besten, wann dein Körper mehr braucht als Wasser: schwere Beine, ein dumpfes Gefühl im Kopf, das Gefühl, dass die Energie einfach abfließt. Genau dann lohnt sich die kleine Extraportion Salz und Zitrone oder der Elektrolyte-Stick im Rucksack. Manchmal reicht schon eine gut vorbereitete Trinkflasche, damit aus einer anstrengenden Tour ein richtig schöner Wandertag wird. Pass auf dich auf, besonders bei der nächsten Berliner Hitzewelle.
Häufige Fragen zu Elektrolyten beim Wandern
Sind Elektrolyte gut zum Wandern? Bei Wanderungen unter etwa 90 Minuten genügt Wasser meist völlig. Elektrolyte werden vor allem bei großer Hitze, langen Touren oder starkem Schwitzen interessant Bei langen oder besonders heißen Touren können sie dazu beitragen, dass du länger leistungsfähig bleibst, weil sie den Mineralstoffverlust durchs Schwitzen ausgleichen.
Was sollte man beim Wandern trinken? Als Basis eignet sich Wasser. Bei Hitze und längeren Strecken kann eine Mischung aus Wasser und Elektrolyten sinnvoll sein, ergänzt durch natürliche Quellen wie Obst oder gesalzene Snacks.
Welche Elektrolyte beim Wandern? Am wichtigsten sind Natrium, Kalium und Magnesium. Sie stecken in Elektrolytpulvern und -sticks, aber auch in Lebensmitteln wie Bananen, Nüssen und Gurke.
Woran erkenne ich einen Elektrolytmangel unterwegs? Typische Anzeichen sind Muskelkrämpfe, Schwindel und nachlassende Konzentration. Wenn du das bemerkst, ist eine Pause im Schatten der erste Schritt.
Wie oft sollte ich beim Wandern Elektrolyte zu mir nehmen? Bei Touren über 1,5 Stunden und Temperaturen über 25 Grad lohnt sich ein regelmäßiger Griff zur Trinkflasche mit Elektrolyten, nicht erst wenn die ersten Anzeichen da sind.
Quellen
- DAK Gesundheit: Hitzeerschöpfung erkennen. https://www.dak.de/dak/gesundheit/erkrankungen/hitzeerschoepfung_63404
- Deutsches Rotes Kreuz: Hitzschlag, was tun? https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/hitzschlag/
- Onmeda: Hitzeerschöpfung, Symptome, Behandlung und Dauer. https://www.onmeda.de/krankheiten/hitzeerschoepfung-id201523/
- Gesundheitslexikon (DocMedicus): Natrium, Kalium und Magnesium, die wichtigsten Elektrolyte für sportliche Leistung. https://www.gesundheits-lexikon.com/Sport/Fluessigkeit-und-Elektrolyte-im-Training/Natrium-Kalium-und-Magnesium-die-wichtigsten-Elektrolyte-fuer-sportliche-Leistung
